Geschichte

 
Anfang der siebziger Jahre gründete PD Dr. med. Gerhard Kienle am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke ein Institut für klinische Pharmakologie. Dort wurden grundlegende methodische Untersuchungen über die Rolle des naturwissenschaftlichen Experiments in der Medizin und den kontrollierten randomisierten klinischen Versuch durchgeführt. Die Arbeit schlug sich in zahlreichen Veröffentlichungen nieder (siehe unter anderem Publikationen vor 1987). Auf diesem Wege wurde u.a. die Anthroposophische Medizin gesetzlich verankert, auch wenn dies nicht automatisch eine wissenschaftliche Anerkennung bedeutete. Auch nach dem Tod von Gerhard Kienle im Jahre 1983 wurde weiterhin an der Problematik des randomisierten Therapieversuches, der Arzneimittelzulassung sowie der Gesundheitspolitik und -ökonomie gearbeitet, vor allem durch Kienles Mitarbeiter R. Burkardt. Damals wurde das Institut in eine Forschungsabteilung des Gemeinschaftskrankenhauses umgewandelt.
 
Abgesehen von den oben erwähnten Inhalten unterstützte die Abteilung die Mitarbeiter des Krankenhauses in ihrer klinisch-therapeutischen Forschungsarbeit durch methodische Beratung, Dokumentation, Datenverarbeitung, statistische Auswertung und einen Literaturdienst. Und es wurden auch aufgrund von Fragestellungen aus der Inneren Medizin Studien geplant und durchgeführt, insbesondere zu Digitalis, Crataegus und zur Sarkoidose.

Ende der 1980er Jahre bildete sich durch die Zusammenarbeit von Prof. Dr. rer. medic. Peter van Leeuwen und Prof. Dr. med. Hans-Christoph Kümmell das zeitliche Verhalten des menschlichen Herzschlages als ein zentrales Arbeitsthema in der Forschungsabteilung heraus. Zunächst wurde das Augenmerk auf die Herzzeitintervalle gerichtet. Insbesondere wurde deren Beeinflussung durch Atmung und körperliche Belastung sowie deren Abhängigkeit von der Körperposition untersucht. Dr. rer. nat. Henrik Bettermann führte dann Anfang der 1990er Jahre die Analyse der Herzschlagfolge ein (Herzratenvariabilität - HRV, Analyse von nichtlinearen Eigenschaften in der Herzschlagfolge beruhend auf der Chaostheorie), die dann ab Mitte der 1990iger Jahre gemeinsam mit dem Physiker PD Dr. rer. nat. Dirk Cysarz weiterentwickelt wurde.

Anfang 2004 begann das 'Integrierte Begleitstudium Anthroposophische Medizin' an der Universität Witten/Herdecke mit der Ausbildung von Studierenden, die ergänzend zum Medizinstudium auch die Grundlagen der Anthroposophischen Medizin erlernen wollten. Gleichzeitig begann eine enge Zusammenarbeit mit PD Dr. med. Friedrich Edelhäuser.  Er ist für das Begleitstudium tätig und hat darüber hinaus ein großes Interesse an Themen zu den rhythmischen Prozessen im menschlichen Organismus. Es ergab sich eine fruchtbare interdisziplinäre Zusammenarbeit eines Naturwissenschaftlers und eines Mediziners. Seitdem ist diese Arbeitsgruppe daher am Begleitstudium verortet.
 
 
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Dirk Cysarz
- Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin
- Institut für Integrative Medizin
Fakultät für Gesundheit, Department für Medizin
Universität Witten/Herdecke
Gerhard-Kienle-Weg 4
D-58313 Herdecke